Sonnenforum Cölbe

Leistungsumfang: LP 2-7
und künstlerische Oberleitung

Beteiligte

Bauüberwachung:
Christian Stamm GmbH, Stadtallendorf

Tragwerksplanung:
ifb Frohloff Staffa Kühl Ecker, Berlin

Energieberatung:
Ingenieurbüro Sick, Berlin

Technische Gebäudeausrüstung:
energieart, Giebel & Jung, Gießen

Elektroplanung:
Schüler und Meisel, Gladenbach

Landschaftsarchitektur:
Latz Riehl Partner, Kassel

Vermesser:
Dipl.-Ing. Paul-Gerhard Kalbhenn, Grünberg

Brandschutz:
Hauk - fsd, Lohra-Damm

Akustik:
ALB Akustiklabor, Berlin

Baugrunduntersuchung:
bgm Baugrundberatung GmbH, Hungen

Prüfstatik:
Dr. Ing. Thomas Müller, Marburg

SiGeKo:
Herr Schneider, Biebertal Fotografie: Michael Neuhaus, Duisburg

Architektur:
Freitag Hartmann Sinz Architekten Belziger Straße 25, 10823 Berlin
Mitarbeiter Vanessa Mader, Friedemann Petzold, Mayte Rodriguez-Junker

Bauherr / Projektsteuerung
Wagner & Co Immobilien GmbH 35091 Cölbe Lahnstraße 16 vertreten durch Ulrich Rustige und Klaus Schweitzer
Bauzeit April 2011-Juli 2012

Gebäudedaten

Baukosten ohne MwSt
Gesamtkosten ca 5.700.000 € KG 300 ca 3.100.000 € KG 400 ca 970.000 €
Gebäudedaten BGF 2.300 m2 BRI9.200 m3 HNF 1.350 m2 Heizenergiebedarf 13 kWh/m"a

Form - Raum - Licht - Material

Die gewählte Form des Hauses steht für Gemeinschaft, bildet als kompakte Form eine gute Voraussetzung für energetisch optimiertes Bauen und fügt sich angemessen, ohne die Nachbarn zu dominieren, in den Ort ein. Der Kreis von 40m Durchmesser spiegelt konstruktive Struktur sowie funktionale Zusammenhänge. Wie Zwiebelschalen legen sich die Galerien, Nebenräume und die Arbeitsräume um das Herz des Hauses. Das Atrium fördert Begegnung und Kommunikation, bietet angemessenen Raum für Empfang, Zusammenkünfte und Kontemplation. Mit seiner Transparenz lässt das Haus unter- schiedlichste Sichtbeziehungen zwischen den Räumen und Bereichen des Hauses entstehen. Großes Oberlicht, umlaufendes Shed und die nach allen Himmelsrichtungen orientierten Fenster lassen das Haus mit der Natur, dem Wetter und der Sonne leben. Im Zusammenspiel mit der Lichtführung ist das Material zentrales Mittel der Ge-staltung und gibt den Räumen Atmospäre. Wie bei der Hülle des Hauses wurde auch hier nach einem dem Nutzer entsprechenden Ausdruck gesucht. Die präzise Verwendung roher und sichtbar belassener Materialien wie Beton, Mauerwerk, Industrieparkett, Asphalt, Holzwollplatten, Stahl und Holz erzeugt eine Stimmung im Haus, die weit entfernt von klassischer Büroarchitektur eine positive Atmosphäre für Arbeiten und Denken schafft. Die Ambivalenz zwischen formaler Präzision und natürlichen, sichtbaren Materialien gibt dabei dem Bauwerk seine besonderen Charakter.

Energie

Das Gebäude wurde entsprechend dem Passivhausstandard rundum mit einer hocheffizienten Wärmedämmung mit Dämmstärken bis zu 40 cm sowie dreifach verglasten Fenstern versehen und mit einer Lüftungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung ausgestattet. Der Heizwärme-bedarf (nach PHPP) liegt lediglich bei 13 kWh/m2a und damit mehr als 40 Prozent unter den Anforderungen der ENEV 2009. Der passivhaustypisch extrem minimierte Heizenergiebedarf wird ausschließlich über die Lüftungsanlage eingebracht. Dazu wurde ein innovatives Lüftungskonzept realisiert, das die Temperierung der Raumluft in einem schlanken System mit der thermischen Aktivierung der Betondecken kombiniert und sowohl der Temperierung im Heizfall wie auch zur sommerlichen Kühlung dient. Die Frischluft wird mittels direkter thermischer Grundwassernutzung ohne Wärmepumpe über einen Wasser-Luft-Wärme-Tauscher im Winter vorgewärmt und im Sommer gekühlt.